PSYCHOTHERAPIE > BURNOUT BZW. BURN-OUT

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In den Medien wird zunehmend über Burnout als ≫Modediagnose≪ berichtet. Lassen Sie sich davon bitte nicht beirren. Natürlich gibt es behandlungsbedürftiges Burnout! Meine tägliche Arbeit mit Burnout-Patienten zeigt mir, dass das Thema ernst zu nehmen ist und nicht auf Stress oder Depressionen reduziert werden kann. Schließlich möchte ich Ihnen Mut machen: Burnout ist in der Regel gut zu behandeln.
Cora Kepka, Diplom-Psychologin
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BURNOUT | INFOS AUF EINEN BLICK

Enter the name for this tabbed section: Burnout Definition
Burnout ist vor allem Erschöpfung
Unter Burnout bzw. Burn-out versteht man eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund von (zumeist) beruflicher Überlastung. Eine einheitliche Definition zum Begriff Burnout gibt es derzeit nicht. Burnout ist bisher auch keine eigenständige anerkannte Behandlungsdiagnose.

Wenn jemand unter Burnout leidet, kann dies lediglich als Problem der Lebensbewältigung, und zwar als „Erschöpfungs­syndrom“ in Zusammenhang mit einer zusätzlichen behand­lungsbedürftigen Symptomatik, wie z. B. einer Depression kodiert werden. Es gibt zwar verschiedene Versuche, Burnout genauer zu bestimmen, wie die folgenden Beispiele zeigen:
Beispiele für Burnout-Definitionen
Burnout ist „das Resultat andauernder oder wiederholter emo­tionaler Belastung im Zusammenhang mit langfristigem, inten­sivem Einsatz für andere Menschen.“ (Pines, Aronson, Kafry, 1987)

„Burnout ist eine Erosion der Werte, der Würde, des Geistes und des Willens - eine Erosion der menschlichen Seele. Es ist ein Leiden, das sich schrittweise und ständig ausbreitet und Menschen in eine Abwärtsspirale zieht, aus der das Entkommen schwer ist“ (Maslach & Leiter, 1997)

Letztendlich lässt sich Burnout am ehesten durch das Auftreten verschiedener Symptome und durch einen charakteristischen Ablauf beschreiben (siehe Reiter "Symptome").
Enter the name for this tabbed section: Burnout Ursachen
Arbeitsumfeld | Persönlichkeitsmerkmale
Burnout bzw. Burn-out entsteht schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Meistens sind Menschen betroffen, bei denen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale mit besonderen belastenden Arbeitsbedingungen zusammentreffen. Viele Burnout-Betroffene waren anfangs sehr engagierte Mitarbeiter mit einem hohen Leistungsanspruch, die über die Zeit hinweg aufgrund fort­dauernder Überarbeitung, jahrelangem Stress, fehlender Anerkennung und beruflichen Frustrationen zu erschöpften und zynischen Mitarbeitern werden.

Persönliche Merkmale, die eine Burnout-Entwicklung fördern, sind der Wunsch, anderen zu helfen; ein hohes Pflichtgefühl, Perfektionsdrang, hoher Ehrgeiz, Streben nach Anerkennung, Defizite bei der Selbstabgrenzung, Vernachlässigung eigener Wünsche und Bedürfnisse.
Rahmen- bzw. Arbeitsbedingungen
Damit es tatsächlich zu Burnout kommt, sind spezifische Rahmenbedingungen erforderlich:
eine fortdauernde Überarbeitung
das Gefühl, vorwiegend fremdbestimmt zu sein
Angst, seinen Job zu verlieren
permanenter Stress ohne entsprechende Bewältigungs­möglichkeiten
eine zu hohe Arbeitsstundenzahl
kritische berufliche Ereignisse wie Mobbing, Umstruktu­rierungen, Aufgabenverlagerungen
fehlende Anerkennung
geringe bis gar keine Aufstiegschancen
zunehmende Frustration, wenn zwischen eigener Anstrengung und beruflichem Erfolg kein Zusammenhang mehr wahrge­nommen werden kann.

Burnout-Betroffene sehen irgendwann keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit und erfahren keine innere Befriedigung mehr durch die Arbeit.
Enter the name for this tabbed section: Burnout Symptome
Kernsymptome von Burnout
Unter dem Begriff Burnout bzw. Burn-out fasst man in der Regel drei verschiedene Kernsymptome zusammen:

1. Emotionale Erschöpfung: Man fühlt sich demotiviert, ausgelaugt und zieht sich emotional zurück.

2. Reduzierte Leistungsfähigkeit: Aufgrund von Konzentra­tions­störungen, unzureichender Stressverarbeitung, Schlaf­störungen und zunehmenden körperlichen Symptomen lässt die Arbeitsfähigkeit tatsächlich nach.

3. Depersonalisierung: Es entstehen negative Gefühle und Zynismus gegenüber anderen Menschen. Sie werden nicht mehr als Personen oder Individuen wahrgenommen, sondern eher als „Dinge“.
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Symptomverlauf bei Burnout
Für Burnout wird ein typischer Symptomverlauf beschrieben. Zunächst erlebt der Betreffende eine Phase von Engagement, hoher Motivation, gutem Leistungsvermögen. Er ist begeistert bei seiner Tätigkeit und erlebt sie als sinnvoll.

Mit zunehmendem Stress und permanenter Arbeitsüberlastung gerät er in eine Phase der Reizbarkeit mit Anspannung, Unaus­geglichenheit und Schlafproblemen. Eine weitere Folge ist reduziertes Engagement, eine Reduktion von sozialen Kontakten, eine zynische Einstellung zum Leben, Antriebsschwäche und Planlosigkeit.

In der nächsten Phase werden Funktionsausfälle deutlich. Die Leistungsfähigkeit lässt nach, es kommt zu Konzentrations- und Gedächtnisschwächen und zu Gefühlen von Hoffnungslosigkeit. Angenehme Aktivitäten werden immer seltener wahrgenommen, Kontakte zu Freunden und Familienmitgliedern werden stark eingeschränkt.

Im Weiteren entstehen Resignation, Hoffnungslosigkeit, Apathie und eventuell sogar Suchtmittelkonsum, um die unangenehmen Gefühle und den Stress zu verdrängen.

In der Endphase kann es zu einer schweren behandlungs­bedürf­tigen Depression oder sogar zu Suizid kommen. Parallel zu diesem Phasenablauf entwickeln sich häufig körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Verspannungen, totale Erschöpfung, Herzkreislauf-Probleme, Magen-Darm-Probleme.
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Selbsthilfe bei Burnout im Anfangsstadium
Je nachdem wie weit Burnout bzw. Burn-out fortgeschritten ist, kann man selbst einiges tun, um den Prozess der Burnout-Entwicklung aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen (siehe Reiter "Tipp").

Durch Methoden zur Stressreduktion kann Stress, der ein Auslöser für Burnout ist, abgebaut werden und Burnout verhindert werden. Entspannungsmethoden sind eine sinnvolle Ergänzung, um Stress zu reduzieren. Auch ein Coaching kann helfen, Selbstmanagement und Selbstwahrnehmung zu verbessern, um die eigenen Ressourcen wieder wahrzunehmen und zu stärken.
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Hilfe bei fortgeschrittenem Burnout
Wenn aber Burnout bereits so weit fortgeschritten ist, dass Sie das Gefühl haben, Sie bekommen es nicht mehr selber in den Griff, dann macht es Sinn, eine Psychotherapie zu beginnen. Insbesondere wenn sich eine Depression entwickelt hat, muss die Behandlung der Depression im Vordergrund stehen, bevor dann die Burnout-Symptome behandelt werden.

Bei der Burnout-Behandlung wird gemeinsam nach den Ursachen für Burnout geforscht. Die familiären Bedingungen und die eigene Lebenshaltung, die eigenen Einstellungen, Glaubenssätze und Weltanschauungen werden auf dysfunktionale (also schädliche) Schemata und Gedanken hin untersucht.

In einem weiteren Schritt wird im Rahmen einer Verhaltens­therapie damit begonnen, sie zu modifizieren, um anders mit vorgegebenen Arbeitsbedingungen umzugehen. Hin und wieder kann es auch erforderlich sein, sich tatsächlich beruflich zu verändern, wenn die Veränderungen im persönlichen Bereich nicht zu signifikanten Veränderungen im Arbeitsprozess führen können. Zusätzlich werden Fähigkeiten zum Umgang mit Stress vermittelt.

Erfolgsaussichten: Erfahrungsgemäß lässt sich Burnout gut behandeln.
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Tipps zu Burnout im Anfangsstadium
Wenn Sie das Gefühl haben, unter Burnout bzw. Burn-out zu leiden, dann gibt es zunächst Möglichkeiten, die Sie selber unternehmen können. Erst wenn Sie mit einfachen Veränderungen nicht weiter kommen, dann macht es Sinn, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

1. Versuchen Sie auf Warnsignale zu achten: Fühlen Sie sich permanent überlastet? Denken Sie ständig an Ihre Arbeit oder an das, was Sie noch erledigen müssten? Bemerken Sie, dass Sie Konzentrationsprobleme haben, dass Sie verspannt sind oder nicht mehr gut einschlafen oder durchschlafen können?

2. Anspruchsniveau senken: Versuchen Sie, nicht alles zu 100 % zu erfüllen, sondern eher zu 80 %. Denn meist braucht man deutlich mehr Zeit und Kraft, um die letzten 20 % zu erfüllen.

3. Delegieren: Fragen Sie sich, ob Sie tatsächlich alles alleine machen müssen. Oft können Aufgaben auch an andere abgegeben werden.

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4. Versuchen Sie Stress zu vermeiden, setzen Sie Prioritäten, lassen Sie weniger Wichtiges fallen.

5. Achten Sie gezielt darauf, was Ihnen gut tut. Gerade Tätigkeiten, die nicht zielgerichtet sind, die nicht irgendeinen Sinn und Zweck haben, sind geeignet, um sich zu entspannen und abzuschalten.

6. Auch wenn man glaubt, keine Zeit mehr zu haben: Ein unterstützender Freundeskreis ist wichtig. Und natürlich Sport und Bewegung.