PRAXIS > ABLAUF PSYCHOTHERAPIE

THERAPIEVERLAUF
Wenn Sie sich einer Psychotherapie unterziehen, finden in der Regel einmal wöchentlich Einzelgespräche mit einer Dauer von 50 Minuten statt. Zu Beginn der Therapie kann es ggf. sinnvoll sein, die Behand­lungsfrequenz auf zwei Stunden wöchentlich zu erhöhen, gegen Ende der Therapie kann die Häufigkeit der Sitzungen gesenkt werden. Die Dauer der Behandlung orientiert sich an der Art und Schwere der Problematik sowie den Ressourcen, die Sie mitbringen. Eine Kurz­zeitbehandlung beinhaltet in der Regel bis zu 25 Behandlungsstun­den, eine Langzeittherapie bis zu 50 Stunden. Sollte darüber hinaus weiterhin Behandlungsbedarf bestehen, so kann die Therapie ver­längert werden. Der Ablauf einer Therapie ist im Folgenden dargestellt.

1. ERSTKONTAKT
Sie können sich telefonisch innerhalb der Telefonsprechzeiten (Mo.-Do. 8:30-9:00 Uhr und Fr. 12:00-13:00 Uhr), per Anruf­beantworter oder per Mail an die Privatpraxis wenden. In den letzten beiden Fällen werden Sie so bald wie möglich zurück­gerufen. Wünschen Sie, in einer bestimmten Zeitspanne kontaktiert zu werden, so geben Sie dies bitte an.

In unserem ersten Telefongespräch werden Sie nach dem Grund Ihrer Kontaktaufnahme befragt. Dann werden kurz einige Rahmenbedingungen abgeklärt und ein Termin für ein erstes Gespräch vereinbart. Möglicherweise brauchen Sie aber auch Zeit, um darüber nachzudenken, ob Sie sich wirklich auf eine Behandlung einlassen können. Vielleicht haben Sie Fragen, die Sie, bevor Sie sich für eine Therapie entscheiden, im Vorfeld abklären wollen. Dann lassen Sie sich ermuntern, diese Fragen auch zu stellen.
4. PROBATORISCHE SITZUNGEN
Als probatorische Sitzungen gelten in der Regel die ersten fünf Sitzungen, bis eine Krankenkasse eine schriftliche Genehmigung der Behandlung mit Kostenübernahme zusichert. Bei privaten Krankenkassen kommt es allerdings häufiger vor, dass nicht zwischen probatorischen und normalen Behandlungsstunden unterschieden wird.

Da aber sowohl bei gesetzlichen wie auch bei den meisten privaten Krankenkassen ein aus­führ­licher Antrag auf Kosten­übernahme gestellt werden muss und der Therapeut natürlich auch schnell ein umfassendes Bild Ihrer Beschwerden erhalten muss, werden Sie innerhalb der ersten fünf Sitzungen ausführlicher zu Hintergründen Ihrer Beschwerden, zu Erscheinungsform, Entstehungsbedingungen, Behandlungs­versuchen und zu Ihrer biographischen Entwicklung befragt.
2. TERMINBESTÄTIGUNG
Wenn Sie einen ersten Gesprächstermin haben möchten, dann erhalten Sie per Post oder per E-Mail eine Terminbestätigung und weitere wichtige Informationen, die die Therapie sowie die Finanzierung der Therapie betreffen. Für einen reibungslosen Ablauf innerhalb der Praxis ist es entscheidend, dass Sie bitte stets pünktlich zu den vereinbarten Terminen erscheinen. Absagen sind natürlich möglich, jedoch bitte mindestens 48 Stunden vor dem Termin, damit für Sie keine Kosten anfallen. Diese betragen 80,- € bei nicht fristgerechter Absage.
5. THERAPIEPHASE
Die Therapie beginnt nach Bewilligung der Behandlung durch die Krankenkasse. Zunächst geht es um den Aufbau einer vertrau­ensvollen therapeutischen Beziehung, in der Sie Ihre Sicht der Dinge und Ihre Gefühle offen darstellen können. Wenn Ihre Problemlage umfassend erkannt ist, werden konkrete Thera­pieziele festgelegt und ein Therapieplan mit den entsprechenden Behandlungsmethoden erstellt. Gleichzeitig wird der Fokus darauf gelegt, Ihre Veränderungsmotivation zu erhöhen, denn auch wenn Hilfe gewünscht wird, ist es nicht immer einfach, Veränderungen umzusetzen. Erst wenn Sie mit neu erworbenen Bewältigungs­strategien erleben, dass sich Ihr Leben positiv verändern kann, ist der Grundstein gelegt, um das neu Erworbene im alltäglichen Leben zu etablieren, was natürlich Zeit beansprucht.
3. ERSTGESPRÄCH
Ein erstes Gespräch ist zunächst wichtig, um herauszufinden, ob die „Chemie stimmt“. Nur dann, wenn sich Therapeut und Patient sympathisch sind oder Interesse füreinander zeigen und eine vertrauensvolle Beziehung entsteht, gelingt eine konstruktive Zusammenarbeit. Da Sie mit sehr persönlichen, privaten Angelegenheiten in eine Behandlung kommen, ist natürlich die Frage wichtig, ob Sie sich damit öffnen können. Achten Sie hier auf Ihr Gefühl.

Zu Beginn einer Behandlung geht es um Ihr Anliegen, um Ihre Probleme oder Beschwerden, die Sie in eine Therapie geführt haben. Dabei wird nicht ins Detail gegangen, sondern es reichen zunächst Angaben zu Art, Umfang und Dauer Ihrer Beschwerden. Hilfreich sind auch Informationen darüber, wie die Probleme sich entwickelt haben, wie Sie damit bisher umgegangen sind und welche Erwartungen Sie an eine Therapie haben.

Darüber hinaus werden im Erstgespräch Rahmenbedingungen der Therapie und organisatorische Fragen geklärt, damit Sie einschätzen können, worauf Sie sich bei einer Behandlung einlassen.
6. THERAPIEENDE
Wenn Sie erleben, dass es Ihnen spürbar besser geht und Sie sinnvolle Bewältigungsstrategien für Ihre Beschwerden erworben haben, ist es sinnvoll, die Behandlung zu beenden. Wichtig ist es dabei, die ursprünglich formulierten und evtl. im Behandlungs­verlauf abgeänderten Therapieziele dahingehend zu überprüfen, inwieweit sie erreicht worden sind. Gegen Ende Therapie findet eine Rückfallprophylaxe statt, in der Maßnahmen der Selbsthilfe erarbeitet werden und darüber hinaus geklärt wird, was zu tun ist, wenn erneut Probleme auftauchen.

Am Ende einer Psychotherapie steht meist nicht ein völlig neuer, glücklicher Mensch, sondern jemand, der aufgrund seiner neuen Erfahrungen, Sichtweisen und Bewältigungsmöglichkeiten vor­handene Probleme besser lösen kann, als er es zuvor konnte.